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Zulaufstrecke Franzensfeste – Waidbruck: Startschuss gefallen
Nun fiel der Startschuss für die BBT-Zulaufstrecke von Franzensfeste nach Waidbruck, die 2030 bereits in Betrieb gehen soll. In den nächsten 10 Monaten wird die 80 Meter lange Tunnelbohrmaschine "Barbara" einen Tunnel in den Schalderer Berg bohren.
Von: Redaktion
Nach eingehenden Funktionstests an der TBM ist nun der Startschuss für den Bau des Tunnels gefallen. Die Tunnelbohrmaschine wird sich von Forch aus in Richtung Schaldererberg voraussichtlich in den nächsten 10 Monate vorarbeiten. „Genau kann man das heute noch nicht sagen. Es gab zwar Probebohrungen, aber wir erwarten hier eigentlich wenig Brixner Granit, sondern relativ lockeres Material, das eine genaue Zeitplanung nicht zulässt, weil das Material Schritt für Schritt konsolidiert werden muss. Es wird wohl einige Überraschungen geben", sagt Martin Ausserdorferder Direktor des „Konsortiums Beobachtungsstelle zum Bau des Brenner Basistunnels und der Zulaufstrecke Franzensfeste–Waidbruck".
Die BBT-Zulaufstrecke zwischen Franzensfeste und Waidbruck ist das Kernstück des BBT-Südzulaufs und besteht aus zwei großen Abschnitten. Dem nördlichen Bereich von Franzensfeste bis zur Talquerung auf Höhe der Villnößer Haltestelle mit dem Schalderer Tunnel und von der Villnößer Haltestelle ausgehend bis zum Bahnhof nach Waidbruck mit dem Grödner Tunnel.
Der Schalderer Tunnel selbst wird durch den Fensterstollen „Forch“ in der Gemeinde Vahrn erschlossen, der mit der Tunnelbohrmaschine (TBM) "Barbara“ nun aufgefahren wird. Die Arbeiter haben das Monstrum nach der Schutzpatronin der Tunnelbauer, der heiligen Barbara getauft. Ihr schwerer Kopf besteht aus einer riesigen vertikal rotierenden Metallscheibe, deren Durchmesser nicht weniger als elf Meter beträgt und die Querschnittsfläche des zukünftigen Tunnels voll ausfüllt. An ihrer Vorderseite sind dutzende Rollenmeißel angebracht, die durch die Rotation und durch den Druck das Felsmaterial brechen. Während sich Barbara einen Meter nach dem anderen in den Berg frisst, wird das herausgebrochene Bohrgut durch die Spalten des Bohrkopfs nach hinten gepresst, wo Schaufeln und Räumer das Material automatisch auf ein Förderband schieben.
Trotz der relativ überschaubaren Länge des 1,8 Kilometer langen Fensterstollen setzt man hier eine Tunnelbohrmaschine ein: „Aufgrund der sensiblen Geologie und der Tatsache, dass wir eine Landesstraße, eine Autobahn und eine Eisenbahn unterqueren müssen, ist ein maschineller Vortrieb schonender, sicherer und besser als ein Sprengvortrieb“, sagt Martin Ausserdorfer. Am Ende dieser Röhre, die in Zukunft als Fensterstollen und Sicherheitsausgang fungieren wird, wird eine riesige Kaverne entstehen – ähnlich jener, die viele Besucher der Tunneleinfahrt zum BBT in Mauls bereits kennen.
Außerdem wird die TBM nur 15 Meter unterhalb der Brennerstraße die Vortriebsarbeiten verrichten, deswegen ist es aus Sicherheitsgründen notwendig die Staatsstraße für einen kurzen Zeitraum zu sperren. „Vom 21. Juli von 00:00 Uhr bis 28. Juli um 24:00 Uhr muss die SS12 beginnend auf der Höhe Zone Forch komplett gesperrt werden“, so der Direktor der BBT-Beobachtungsstelle Martin Ausserdorfer. Eine Umleitung wird vor Ort ausgeschildert und erfolgt über die Pustertaler Staatsstraße. „Sollten die Arbeiten früher abgeschlossen werden, wird die Sperre sofort aufgehoben“, so Ausserdorfer abschließend.
Insgesamt beträgt das Tunnelsystem eine Länge von ca. 22,5 Kilometern. Rund 80 % davon werden mit Tunnelbohrmaschinen aufgefahren. Die Tunnelbohrmaschine "Barbara“ hat eine Gesamtlänge von 85 Metern und wiegt rund 2.000 Tonnen.
19. Juli 2024
Bild: Oskar Zingerle
